Wer ich bin

Ich bin Mensch, Frau, Tochter, Mutter, Oma. Ich habe in meinem Leben viel erlebt. Habe viel von der Welt gesehen (was ich teils meinen reisefreudigen Eltern zu verdanken habe). Habe viel gewonnen und viel verloren. Habe leidenschaftlich geliebt und ebenso leidenschaftlich gelitten. Hatte und habe Träume. Viele haben sich verwirklicht – manche einfach so, manche habe ich mir hart erkämpft. Einige haben sich zerschlagen – manche einfach so, manche durch Zutun von anderen, manche durch eigene Fehler. Ich habe oft an mir gezweifelt, bin oft hingefallen, aber immer wieder aufgestanden. Ich bin ein Phönix, der aus jeder Asche wieder aufsteht. Und wenn ich zurückschaue, dann wurde ich immer stärker, immer freier, immer mehr ich selbst – der Mensch, der ich eben bin. Nicht jeder liebt mich, das ist in Ordnung, denn das ist normal. Aber es lieben mich genug Menschen, auf die es ankommt. Ich bin dem Leben dankbar, denn mir ist auch viel Gutes widerfahren.

Zu den Herausforderungen gehört das, was diesen Blog ins Leben gerufen hat: Oma zu sein und es nicht leben zu dürfen. Ein Kind zu haben, dass aus vielen widrigen Umständen heraus sich irgendwann losgesagt hat und es leichter fand, sein Leben zu leben ohne sich mit mir und mit sich selbst auseinanderzusetzen. Ein Kind, dass ich liebe, egal was war und was ist und was sein wird – auch wenn dieses Kind diese Liebe nicht sehen kann und keinen Wert darauf legt. Auch das ist letztlich in Ordnung, denn Liebe ist unabhängig davon, ob sie gewollt und geschätzt wird. Ausgeschlossen zu sein von allem, was das Leben dieses Kindes als Erwachsener ausmacht und nur über Umwege davon zu hören. Und dann eben Oma zu werden und meine ersten Enkel nicht sehen zu dürfen, nicht in den Armen nehmen zu dürfen, ihnen all die Dinge nicht geben zu dürfen, die das Besondere an der Beziehung von Oma zu Enkeln sind. Das tut weh, immer mal wieder.

Aber wie ich oben schon sagte: ich bin ein Phönix, der aus jeder Asche aufsteht. Und darum gibt es diesen Blog, denn die Liebe ist frei, auch die Liebe einer Oma zu ihren Enkeln. Und ich habe oft genug erfahren, dass das Leben seine eigenen Wege geht, und dass man nie die Hoffnung verlieren darf. Also vertraue ich darauf, dass diese heute noch so kleinen Menschen eines Tages den Weg zu mir finden werden und sich ein eigenes Bild machen wollen von der Frau, die sie bis dahin nicht kennenlernen durften. Und dann bin ich hier. Lukas und Ellena, wann immer ihr hierher findet, und was immer euch über mich erzählt worden ist: schreibt mir einfach, dann können wir uns kennenlernen.

In Liebe Eure Oma Silvia